Auf Madagaskar, der viertgrößten Insel der Welt, gibt es keine Folklore, es gibt nur eine ungebrochene, pulsierende und ständiger Veränderung aufgeschlossene Tradition mit einer schier unglaublichen Vielfalt an musikalischen Ausdrucksformen. Die Musiker Ricky und Mbasalala sind geprägt von der Vokalmusik des tiefen Südens Madagaskars. Beide spielen in der Regel mit ihren eigenen Gruppen, meist mit Instrumentalbegleitung. Bei einem Treffen im deutschen Kulturinstitut in Antananarivo, dem Cercle Germano-Malagasy, lernten sich die beiden Musiker kennen und entwickelten die Idee zu einem ersten gemeinsamen Konzert - diese Aufnahme dokumentiert das Ergebnis: mitreißende, perfekte a cappella-Gesänge eigener und traditioneller Kompositionen. Ricky stammt aus einem nahe am Urwald im Südosten Madagaskars gelegenen Dorf. Er widmete sich intensiv der traditionellen Musik seiner Heimat; in vielen seiner Texte stehen mythische und mystische Elemente im Zentrum. Die Auseinandersetzung mit europäischer Musiktheorie und Jazz erweiterte sein Stimmrepertoire erheblich: Rickys Modulationen vom mittleren Stimmbereich bis zu Kopflagen sind bestechend. Die Heimat des Musikers Mbasalala ist das Androy im tiefen Süden Madagaskars. Zu ihren Tieren haben die Antandroy (die aus dem Dornenland kommen) eine fast mystische Verbindung, in religiösen Riten spielen sie eine wichtige Rolle. All diese Elemente finden sich in den Liedern Mbasalalas wieder, wobei den Vokal-Gesängen in der Tradition der Antandroy die höchste Wertschätzung zukommt. Mbasalala beherrscht sie perfekt. Diese Aufnahme wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik-Vierteljahresliste ausgezeichnet.