Anno 2011 haben die Irländer aufgrund ihrer Wirtschafts- und Finanzprobleme kein leichtes Standing gegen den Rest Europas. Ob sich das auf absehbarer Zeit ändert bleibt abzuwarten. Nicht abwarten muß man mehr auf das dritte Langeisen der irischen Power-\u002FProg Truppe SANDSTONE. Cultural Dissonance ist der langersehnte Nachfolger zum hochgelobten Vorgänger Purging The Past”, von dem Iron Maidens Bruce Dickinson 2009 sagte, dass dies das beeindruckendste Album aus Irland seit vielen Jahren sei - und diesem Kenner der Szene kann man nur schwerlich wiedersprechen. Purging The Past” ebnete SANDSTONE den Weg in viele Metalherzen. Der clever austarierte Mix aus Power- und Progressive Elementen mit hoher Melodiedichte hielt locker Vergleiche mit Benchmark Bands wie Fates Warning, Queensryche oder gar Iron Maiden stand. Cultural Dissonance folgt den Trademarks der Band, in seiner Gesamtheit allerdings wirkt das Material viel straighter, heavier und man orientiert sich nun eher in Richtung Pagan's Mind, Symphony X oder Vanden Plas in Verbindung mit zuvor erwähnten Combos. Kurzum, die Band komprimiert ihre Fähigkeiten und liefert 2011 kein Aufguss seines Vorgängers, sondern expandiert in Sachen Songwriting. 2003 gründen Gitarrist Stevie McLaughlin und Sänger Sean McBay SANDSTONE und sind von Beginn an bestrebt eigenes Material zu schreiben und zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt können die beiden Musiker schon auf eine nicht unerhebliche musikalische Vergangenheit zurückblicken. So zeigt sich schon kurz nach Gründung der Band, dass beide Musiker bestens harmonieren und schnell beginnt man im eigenen Studio Songs aufzunehmen und diese kontinuierlich zu verbessern. In der Zwischenzeit vervollständigen Stevie's Bruder David McLaughlin (Bass) und Paddy Flemming (Drums) die Band. Das Quartett ist bestrebt seine Songs schnell live vorzustellen und binnen kürzester Zeit werden SANDSTONE in der irischen Szene zu einer festen Größe. Hieraus resultierend unterschreibt man 2006 bei Casket Records einen Deal und nur kurz darauf veröffentlicht man das Debütalbum Tides Of Opinion. Das Album beinhaltet weitgehendst Material, das die Band in den Jahren seit der Gründung geschrieben hat. Die Presseresonanzen sind einheitlich überschwänglich und positiv. Statements wie seit langer Zeit mehr kein so beeindruckendes Hard Rock Album mehr gehört sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Mit Tides Of Opinion empfehlen sich SANDSTONE auf ganzer Linie. Das Quartett bleibt am Ball, spielt weiterhin jeden Gig der möglich ist. In den Jahren 2006\u002F2007 werden die Liveaktivitäten ausgeweitet und man spielt sogar eine Tour in England. Das oberkritische britische Musikmagazin Kerrang! überschlägt sich fast aufgrund der beeindruckenden Liveperformance des Quartetts. Mit den arbeiten zum Nachfolger beginnt man 2008 und fährt die Liveaktivitäten etwas zurück. Wiederum nimmt man im bandeigenen Studio auf, was den Vorteil hat, dass man zeitunabhängig agieren kann. Diesen Vorteil hört man den fertigen Kompositionen an. Von Beginn an hört man Purging The Past die enorme Steigerung, Weiterentwicklung und den Kreativitätsschub an. Der Stil wurde vertieft, die Band festigte ihren musikalischen Charakter, kurzum, SANDSTONE haben die nächste Stufe locker genommen und die Presse honoriert dies mit exzellenten Reviews. Wiederum von Casket Records veröffentlicht wird LIMB MUSIC auf diese talentierte Band aufmerksam und lizenziert das Album umgehend für sein Label. Die erste Hälfte des Jahres 2010 verläuft in relativ ruhigen Bahnen für die Band, allerdings beginnt man schon im Sommer des gleichen Jahres mit der arbeiten in den neugestalteten eigenen BoxRoom Studios. In der zweiten Hälfte des Jahres kündigt sich ein Line-Up Wechsel an, der glücklicherweise vor den offiziellen Aufnahmen stattfindet. Drummer Paddy Flemming verlässt die Band und wird durch Dan Lafford ersetzt, worauf die Band mit den Arbeiten zu Cultural Dissonance beginnt. Sean zusätzlich als zweiten Gitarristen einzusetzen gibt SANDSTONE nun die Möglichkeit, deutlich mehr Gitarrenpower in die teils komplexen Songstrukturen einfließen zu lassen. Dieser Umstand manifestiert sich unüberhörbar auf dem Album. Cultural Dissonance lebt von einer viel dichteren Gitarrenpower als sein Vorgänger und gibt der Band nun die Möglichkeit viel direkter, viel dynamischer zu agieren. Dass dabei die gewohnten Melodielinien nicht verloren gehen ist eher selbstverständlich, ist dies doch ein markanter Eckpfeiler des SANDSTONE'schen Songwritings. SANDSTONE bewegen sich geschickt zwischen den Linien von Heavy Rock, Metal und Progressive Rock. Ungewohnt schnell und mit einer breiten Gitarrenwand überzeugt 'Reckless Thought' auf Anhieb. Gerade die melodischen Refrains stehen in deutlichen Gegensatz zu der härteren Grundstruktur des Songs. Verproggter und verschachtelter kommt 'Little Forgeries' daher - und dennoch bleiben gediegene Heavyness und hochmelodische Parts nicht auf der Strecke. Ein perfektes Beispiel wie die neuen SANDSTONE funktionieren. Das mächtig anspruchsvolle Songwriting offenbart dem Hörer ungeahnte Erlebnisse. Das geschickte pendeln zwischen langsamen melancholischen Parts im Einklang mit straight nach vorne gehenden Passagen, die sich hervorragend ergänzen, wie bei 'Carefree Moment', macht deutlich welch eine außergewöhnliche Band SANDSTONE ist. Selbst einer Ballade wie 'Sleep', durchzogen mit einer fantastischen Leadgitarre, gebührt hohe Aufmerksamkeit, da dies dem naturell der Band entspricht und nicht den Zwängen des Marktes. Hier kommt die großartige, außergewöhnliche und vor allem sehr eigenständige Stimme von Sean McBay zu Geltung. Sean's Gesang gehört zu den ganz großen Ereignissen dieses abwechslungsreichen Albums, das gespickt ist mit Songs die vollkommen unter die Haut gehen. SANDSTONE sind zweifelsohne eine der wenigen europäischen Bands die teilkomplexe, heavy Songstrukturen mit weichen Melodielinien verbinden können ohne dass dieses aufgesetzt wirkt. Cultural Dissonance ist der logische nächste Schritt für die talentierten Iren.