Grunzen gehörte schon 1985 zur feinen Etikette eines jeden Barbaren: zu Auftritten in WC-Vorlegern und Silberfolienperücken, in schicken Gruselmasken auf den haarigen Schädeln und stets ein Hauch von selbst gezogenem Gras in der Nase. Wer waren diese Barbaren, zu deren Lieblingsbeschäftigung es gehörte, uneingeladen auf Partys zu erscheinen, am kalten Buffet mit Baguette-Broten zu fechten und die Wände mit Kartoffelsalat zu tapezieren? Sie wussten es selbst nicht, denn sie waren jung und brauchten kein Geld. Daher gönnten sie sich den Luxus, Musik neben der Spur zu komponieren. Ja: Komponieren! Auch, wenn ihre Kritiker es für unmöglich hielten: sämtliche Musikstücke waren durchkomponiert bis in die letzte Note. Die vorliegenden Tracks zelebrieren die komplette Spannweite dieser verrückt gewordenen Wilden. Von den ganz frühen Proberaumaufnahmen bis hin zu aktuellen Livemitschnitten erklingen stampfwütige Krawall Kracher eine Horde Musiker, die bis zur Heiserkeit grunzt und gleichzeitig Musikinstrumente spielt. Das Barbaren Tanzorchester gewann 1986 legendär und ganz ohne Bestechung das Düsseldorfer Stadt-Festival. Campino saß in der Jury und war geschockt von soviel musikalischer Anarchie. Noch heute findet die Gruppe in regelmäßigen Abständen zusammen. Die Musiker leben in Berlin, München, Valence (Frankreich), Bremen, Hamburg und Düsseldorf. Vor ihren Konzerten trifft sie sich im Barbar-Camp, um sich richtig einzugrunzen. Die Konzert ähneln dann eher einem Gesamtkunstwerkspektalen. Im Mai 2008 produzierte die Band unter dem Titel „Barbolero“ eine live DVD. Das Scheitern der sagenhaften Düsseldorfer Krautrock Kapelle wurde endlich für die Nachwelt dokumentiert.Wer sich nach Herzenslust frei grunzen und stöhnen möchte, hört Das Barbaren Tanzorchester. Unter www.barbaren.com. belegen unzählige Fotos, die Geschichte der Barbaren. Achtung: Die Klangqualität dieser Produktion ist manchmal ziemlich mies!!!