Die Reihe “Jazz thing Next Generation” steht vor einem kleinen Jubiläum: im November 2013 erscheint die 50. Ausgabe und beschließt damit die ersten zehn Jahre ihres Bestehens. Höchste Zeit, um sich vor einer Institution zu verbeugen, die ihrerseits bereits das 25jährige Bestehen feiert: dem Bundesjazzorchester. Dutzende der Musiker, die an den 50 CDs der Reihe beteiligt waren, haben ihren Feinschliff in diesem Klangkörper erhalten und von dort aus ihre weitere berufliche Karriere gestartet. Deshalb auch von uns: Herzlichen Glückwunsch zum 25 jährigen Jubiläum! Das BuJazzO war und bleibt eine nicht versiegende Quelle, die die deutsche Jazzszene mit immer neuen Musikern speist. Ein wahrer Jungbrunnen: keiner darf älter als 24 Jahre sein, danach wird er ersetzt. Kaum einer der deutschen Jazzmusiker der heute in seinem musikalischen Lebenslauf nicht auch auf diese Band verweist. So auch Till Brönner: „Ich denke, es war die beste Schule für das, was mir die folgenden Jahre beschieden sein sollte. Ich bin sicher, dass ich damit vielen aus dem Herzen spreche. Meinen Respekt! Von seiner Gründung bis 2006 wurde das BuJazzO von Peter Herbolzheimer geleitet, der großen Anteil am Sound der Big Band hatte und auch an ihrem hohen Bekanntheitsgrad. Heute wird das Ensemble von einer Doppelspitze aus Jiggs Whigham und Niels Klein geleitet. Deshalb wird das Jubiläum auch gleich mit einer opulenten Doppel-CD gefeiert, die die beiden musikalischen Seiten des Ensembles repräsentiert. Jiggs Whigham, Jahrgang 1943, der schon mit Stan Kenton und Kurt Edelhagen gearbeitet hat, und langjähriger Leiter der Jazzabteilung der Musikhochschule Köln und später des Berliner Jazz Institutes war, steht in der Tradition der klassischen Big Bands. Niels Klein, exakt halb so alt, ist einer der profiliertesten Jazzkomponisten der jüngeren Szene und hat noch unter der Ägide Whighams in Köln studiert. Und er gehörte einst selbst dem „BuJazzO“ unter der Leitung Peter Herbolzheimers an. Heute hat er eine Professur für Jazzkomposition in Osnabrück inne. Auf der ersten CD, „At The Jazzband Ball“, hat sich Jiggs Whigham ein Programm seiner Lieblings-Arrangeure und -Komponisten zusammengestellt. Darunter solche Größen der Big-Band-Literatur wie Steve Gray, Bob Brookmeyer, Bill Holman und Francy Boland. Die Band verleiht den Stücken eine Frischzellenkur und spielt sie mit viel Swing und Verve, so dass es eine wahre Freude ist. Auf der zweiten CD, „Next Generation“, aufgenommen unter der Leitung von Nils Klein, findet sich ein Programm, das sich aus den prämierten Einsendungen zum zweiten BuJazzO-Kompositionswettbewerb speist. Sie repräsentieren einen Big-Band-Sound der jungen Generation. Für beide CDs gilt uneingeschränkt: nirgendwo auch nur die Spur von Langeweile und keine Angst vor neuen Ansätzen. Alle Sänger\u002Finnen, Instrumentalist\u002Finnen ebenso wie die Solist\u002Finnen brillieren mit erstaunlicher Virtuosität. Sie sprühen gerade zu über vor Kreativität und ihr Spiel ist geprägt von einer erstaunlichen Reife und Dichte – die einen Beleg darstellt für die hervorragende Qualität dieses Klangkörpers.