Jahcoozis Barefoot Wanderer nimmt weiter kräftig Fahrt auf. Die A-Seite der Remixes Part 2 lotet bis dato unbekannte Facetten des genialen Album-Openers Barefoot Dub aus, die Flipside widmet sich dem freundlich agitativen Read The Books. Höchst bemerkenswert an sämtlichen Remixen, soviel gleich vorweg, ist ihr lässiges Spiel mit der stilistischen Unberechenbarkeit aller Titel. Die drei Remixkünstler filtern die jeweiligen Genre-typischen Andeutungen – Dancehall, Dubstep, Digital Hardcore Techno – aus den Originalen heraus und formen damit eben keine typischen Tracks, sondern spielen ihrerseits mit Erwartung, Überhöhung und Andeutung. Als erster nimmt sich einer der Aushängeschilder der kleinen aber feinen Wiener Downtempo-Scene dem Barefoot Dub an. Producer Stefan Mörth aka Stereotyp veröffentlicht seine Dancehall, Ragga, Hip Hop geprägten Werke seit über zehn Jahren zumeist bei Klein Records (u.a. The Bug, Sofa Surfers) und Kruder & Dorfmeisters G-Stone. Remixe entstanden für die Labelkollegen vom Sonarkollektiv, für Faunaflash, Juryman und einige mehr. Sein Barefood Dub Remix dreht die Dancehall-Elemente des Originals in fast parodistischer Weise auf Vollgas: Doppeltes Tempo und sämtliche, auf diesem Planeten bekannten Stressgeräusche machen die Dancehall zur ausgelassen fröhlichen Pogohölle. Deutlich entspannter und wesentlich deeper meldet sich Ramadaman, mit bürgerlichem Namen David Kennedy, zu Wort. Der gerade einmal 20 Jahre junge britische Überflieger hält die Eintrittskarte zur 1. Dubstep Liga schon in der Hand. Als Mitbetreiber von Hessle Audio veröffentlicht er nicht nur im eigenen Hause, sondern auch bei Tempa, Soul Jazz, 2nd Drop, Bare Dubs, um nur einige aufzuführen. Remixe entstanden für Delphic, Howie B, SpectraSoul und Ragga Twins, seine DJ-Nächte in der Londoner Dubstep-Institution FWD teilt er mit Kode9, Skream, Benga, Scuba – und Ricardo Villalobos. Auch Ramadaman spielt virtuos mit den typischen Zutaten seines bevorzugten Genres, ohne jedoch seinen Barefoot Dub-Remix allzu eindeutig auf die Dubstep-Schiene festlegen zu wollen. Den größten Überraschungseffekt liefert sicher Ikonikas Read The Books Remix. Sara Abdel- Hamid hat sich spätestens mit ihrer Albumveröffentlichung auf Hyperdub einen Stern auf dem Dubstep-Boulevard gesichert und macht aus dem rhythmisch und soundtechnisch dubbig verschwurbelten Original mittels knallhartem Lofi-Beat, cheesigen 8-Bit Melodien und supersoften Klangflächen einen a...tretenden Elektroknaller – umso bemerkenswerter, da Ikonika bei ihren eigenen Hyperdub-Veröffentlichungen meist verspielte Dubstep-Varianten bevorzugt. Höchste Remixer-Ehren erntete sie mit ihrer Version des Warp Hits Township Funk von DJ Mujava. Vervollständigt wird die 12 mit dem Read The Books Albumtrack. Als Download ist außerdem eine instrumentale, und damit noch Club-optimiertere Version von Ramadanmans Barefoot Dub erhältlich.