A Sketch of Brel

A Sketch of Brel

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A Sketch of Brel - Gruppe HÖRSTURZ spielt die Musik von Jacques Brel Die Annäherung an diese legendäre Sängerpersönlichkeit ist nicht einfach. Brel entpuppt sich als Mensch der Widersprüche: Bürger voller Kritik seinem Stand gegenüber, Wahrheitssuchender im Kampf gegen die Lüge, Lebemann und Aussteiger in einer Person. Triumphal waren seine Konzertauftritte, skandalös seine Attacken gegen die flämischen Nationalisten, erfreulich seine Leistungen als Filmschauspieler, intensiv sein Leben als Bonvivant und Kettenraucher. Ein Mythos umgab ihn schon zu Lebzeiten, genährt aus der Konsequenz seiner Auffassungen und seiner Lebensbrüche. 1929 in Brüssel geboren, setzte er ab 1953 in Paris die Intensität des Vortrages, die Darstellung seiner Chansons durch, wurde er zu einem der bedeutendsten französisch-sprachigen Sänger. Dann - auf dem Höhepunkt 1966\u002F67 - wandte er sich von der Musik ab und der Schauspielerei zu. 1974 ging er mit einem Segelschiff auf die große Reise Richtung Südsee, lebte als Sportpilot sein Leben. 1977 - überraschend - kreierte er eine letzte Schallplatte, 1978 - zerfressen vom Lungenkrebs - fand er auf Hiva Oa, einer der Marquesas Inseln, seine letzte Ruhestätte. Indem die Gruppe HÖRSTURZ die Musik des Jacques Brel ohne Gesang bearbeitet, bürstet sie ihn eigentlich gegen den Strich. Legendär waren Brels Auftritte voller Hingabe und Intensität, die gestische Wucht seines Vortrages, die poetischen Texte. Das begründete seinen Ruhm, nicht seine Musik. Die größte Faszination übt Brel deshalb auf Künstler aus, die in sich das Talent des Schauspielers\u002FSängers vereinigen. Dabei werden kaum Entdeckungen gemacht. Anders dagegen HÖRSTURZ. Die Gruppe thematisiert eine Facette der Kunst Brels, die nicht das Zentrum seines Mythos´ bildet. Die Beschränkung auf den allein musikalischen Gehalt der Chansons öffnet eine neue Dimension der Auseinandersetzung mit Brel. Auch in seiner Musik liegt etwas Unverwechselbares, HÖRSTURZ entdeckt in ihr Räume für neue Ausdeutungen. In Kenntnis der Lebensgeschichte Brels, der Texte seiner Chansons, entsteht in der Interaktion des Jazz-Trios etwas völlig Neues. In der freien Annäherung an seine Musik, im improvisatorischen Spiel der drei Instrumente, erhält die von Brel entwickelte Musik neue Ausdruckskraft. Suchend, tastend erarbeitet sich HÖRSTURZ das musikalische Material. Im gemeinsamen Musizieren wird reflektiert, meditiert und im schöpferischen Zeitfluss neue, emotionsgeladene „Räumlichkeit“ kreiert. Dieser prozesshafte, musikantische Umgang der Jazz-Musiker mit den Brel’schen Kompositionen bewirkt Schründe, Kerben, Abschabungen und Freilegungen. Verletzlichkeit, empfindliche Zärtlichkeit, Leidenschaft und Abgeklärtheit werden in Brels Musik deutlich. Die Bearbeitung durch die Gruppe HÖRSTURZ ergibt keine Stromlinien-Musik; sie ist entspannt und poetisch, gleichzeitig leidenschaftlich und schroff. Sie skizziert einen einzigartigen Künstler, der als naiv und durchtrieben, verführerisch und aggressiv, bescheiden und hochmütig beschrieben wurde. Der als Mensch voller Widersprüche litt und lebte, aber auch aus diesen eine faszinierende Lebendigkeit schöpfte. Indem die Gruppe HÖRSTURZ diese spezifische Emotionalität freilegt und neuzeitlich entfaltet, wird Jacques Brel - über 30 Jahre nach seinem Tod - wieder zum Zeitgenossen. Reinhard Brüggemann, Berlin