Goldrausch

Goldrausch

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Die Pianistin und Komponistin Ulrike Haage ist eine der vielseitigsten und umtriebigsten Persönlichkeiten der aktuellen deutschen Musikszene. Von jeher dem Geist der kreativen Unruhe verpflichtet, hat sie mit den Rainbirds einen wirksamen Gegenentwurf zur Belanglosigkeit der austrudelnden Neuen Deutschen Welle geschaffen, hat in der Big Band Reichlich Weiblich, in frei improvisierenden und Avantgarde-Formationen wie Vladimir Estragon, Stein und Goto oder in kammermusikalischen Kontexten Akzente gesetzt. Dabei richtete sich Ulrike Haages besonderes Interesse auch stets auf Kompositionen und musikalische Arbeiten für Theater und Film. Noch deutlicher als bei anderen Klangkünstlern besteht die Besonderheit ihrer Soundtracks darin, dass sie ganz unterschiedlich wirken, je nachdem, ob man sie mit der jeweiligen Film- oder Theaterproduktion erlebt oder einfach nur für sich hört. Das gilt auch für Goldrausch, Ulrike Haages neues Album - und die Musik zum gleichnamigen Film. Da ist also zum einen der Film Goldrausch, der sich einem ganz speziellen Kapitel der deutschen Wiedervereinigung widmet: Der Geschichte der Treuhand. Mit bedrückenden Bildern, erschütternden Zeitdokumenten und entwaffnenden Interviews erzählt der Film diesen Teil deutsch-deutscher Geschichte. Es wird keine Anklage geführt, sondern nüchtern festgestellt. Aber allein die zusammengetragenen Fakten verdichten sich zu einem spannenden Wirtschaftskrimi, der den Zuschauer fassungslos zurücklässt. Die von der Politik verbreitete vermeintliche Erfolgsgeschichte der Treuhand? Eigentlich ein Fall für parlamentarische Untersuchungsausschüsse und Staatsanwälte. Die Musik, die Ulrike Haage für die filmische Aufarbeitung dieses politischen Desasters geschrieben hat, ist einfühlsam und zurückhaltend. Sie nimmt den Bildern und Interviews nichts von ihrer Dramatik, greift nicht voraus, erklärt nicht mit Musik, was man sonst nicht verstehen würde, sondern grundiert, überhöht und führt zusammen. Manchmal machen die eingesetzten Klänge das Geschehene noch bedrückender, dann wieder nehmen sie etwas von dessen Last. Die Musik strebt keine Übersetzung der Handlung an, sie kommentiert auch nicht. Mit einem unglaublichen Einfühlungsvermögen vermag Ulrike Haage die jeweilige Stimmung des Erzählten aufzugreifen und sich mit ihr zu verbinden. So wird ihre Musik zu einem integralen Bestandteil der Bilder. Sie bringt die erzählte Situation in einen chronologischen Kontext und ihr gelingt, woran die Protagonisten des Films gescheitert sind: Sie vermittelt zwischen den Menschen, zwischen Ost und West, zwischen Damals und Heute. Man kann Goldrausch aber auch ganz anders hören. Eben HÖREN und nicht SEHEN. Um die insgesamt 32 miniaturenartigen Stücke für Tasteninstrumente, Viola und Perkussion genießen zu können, braucht man den Film noch nicht einmal zu kennen. Und selbst wenn man den Film mitsamt seinem Soundtrack verinnerlicht hat, wird man staunen, wie anders, gegensätzlich geradezu die Musik ohne die Bilder wirkt. Da verschwindet plötzlich alles Bedrückende. Die Bilder entfalten ein Eigenleben, lösen sich vom Film. Neue Bilder entstehen und setzen sich über jede Zeit hinweg. Die Musik von Ulrike Haage lässt sich grundsätzlich keiner bestimmten Epoche zuordnen. Vielleicht definiert sie, indem sie fundamentale Hörbedürfnisse anspricht, den Zeitgeist gerade dadurch, dass sie stets über denselben hinausführt. Ihre Musik dient dem Verstehen und Erkennen. Und genau in dieser Hinsicht ist die Filmmusik zu Goldrausch ein kleines Meisterwerk geworden - vom Film komplett unabhängig. Sensibel zwischen Kammermusik und Metapop changierend, formuliert Ulrike Haage gemeinsam mit dem Jazz-Drummer Eric Schaefer, der klassischen Viola-Spielerin Eve Wickert und ihrem heimlichen dritten Partner, der Stille, eine musikalische Utopie. Und wer kann das heute noch?