Aus dem Allgäu kommt Alk Oi Er hat seine ganz eigenen Regeln: Karl Gehring liebt nichts mehr als seine Freiheit, seine Almhütte in den Allgäuer Bergen und den Normenbruch. Als Punkrocker El Carlos macht er lauten, ungeschliffenen Gröhl-Rock. Als Hüttenwirt verwöhnt er seine Gäste mit deftigen Berggerichten. Als Käsehersteller ist er preisgekrönt und als ehemaliger Spitzen-Skifahrer kennt er sich mit Extremen bestens aus. Alk Oi ist das zweite Album von El Carlos. Provokation pur. Der Text schnörkellos. Der Liedaufbau primitiv. Mit Alk Oi sind die vier Punker ihrem Metier treu geblieben und präsentieren, nach eigenen Aussagen, Lyrik der besonderen Art. Vorbild ist der Oi-Punk (oder auch Street-Punk), der sich in den 80er Jahren entwickelte, sich vom bunten, kommerzfähigen Punk distanzierte und selbst zur ehrlichen Alternative von der Straße stilisierte. Bewusst unpolitisch, keiner Strömung zuzurechnen, so wollte Oi-Punk sein. So oder so ähnlich sehen sich auch El Carlos. Gefunden haben sie sich im Allgäu, bei Karl alias El Carlos, auf der Kappeler Alp, in Pfronten-Kappel. Auf seiner Hütte, in 1350 Meter Höhe, wo u.a. auch die Street Dogs schon mal für ein gemeinsames Konzert reinschneiten, bekommt Karl El Carlos Gehring seine besten Inspirationen. Sein Motto: „Niemand kann nicht singen. Deshalb sing ich.“ Praktischerweise schreibt er sich dort, gemeinsam mit Gitarrist Kloake, die Texte im Allgäuer Dialekt direkt auf den Leib. Somit erfand man ganz nebenbei den Allgäu-Punk. Kloake und Siphone (Bass) haben ihre musikalischen Wurzeln in Hamburg, Schlagzeuger Schlakke kommt aus Koblenz. Die drei Nicht-Allgäuer haben eine klassische musikalische Ausbildung inne, der Frontmann ist Autodidakt. Ohne mich könnten sie es schaffen! sagt Karl Gehring über seine professionellen Mitstreiter. Aber dann wäre es nicht mehr El Carlos. Auf dem Album Alk Oi geht es offensichtlich um Alkohol und dessen Auswirkungen. Aber nicht nur. Die Lust an der Provokation lässt die vier selbsternannten Rebellen sich auflehnen gegen Alle und alles. Autoritäten werden nicht akzeptiert, bestehende Vorurteile konterkariert, gesellschaftliches Verhalten hinterfragt. Mit dem Gesang im Allgäuer Dialekt ist El Carlos einzigartig in der Punk-Szene. Ein Mitsingen bei den Refrains ist trotzdem möglich. Auch das ist typisch (Alk-)Oi. Am 31. Oktober, dem Reformationstag, kommt die Platte als Vinyl auf den Markt. Wann sonst?